Sobald eine Suchmaschine erfolgreich ist, gibt es Versuche, das Ranking ihrer Ergebnisse zu manipulieren. Während Google bei diesem Katz und Maus-Spiel zwischen verbesserten Algorithmen und hartnäckigen Optimierern schon recht weit ist, geht es bei Amazon gerade erst so richtig los. Gründe, sich mit Amazon zu beschäftigen, gibt es indes genug: in den USA fängt für mehr als 50 Prozent aller Konsumenten die Produktsuche mittlerweile bei Amazon an – eine ordentliche Steigerung zu den 44 Prozent von letztem Jahr.

Was bei Google die Links sind, sind bei Amazon Kundenrezensionen zu den Produkten: im Idealfall ehrliche Meinungen echter Kunden zu den Vor- und Nachteilen des jeweiligen Artikels. In der Realität sieht es leider anders aus: das Ausmaß gekaufter Rezensionen hat eine solche Größe angenommen, dass Amazon gekaufte Rezensionen in den USA nun komplett verboten hat. Wieso, sieht man hier:

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Auf Basis der von uns gecrawlten Daten unseres Amazon-Tools habe ich mal nachgeschaut, wie eigentlich die durchschnittliche Kundenrezension bei allen Einträgen ausfällt und wie sich der Wert von den Rezensionen unterscheidet, die im Text erwähnen, dass sie das Produkt kostenlos oder vergünstigt erhalten haben.

Das Ergebnis sollte nicht überraschen – das Ausmaß allerdings schon. Die incentivierten Kundenrezensionen sind deutlich positiver als der Durchschnitt aller Bewertungen. Offenbar so deutlich, dass Amazon handeln musste. Es ist davon auszugehen, dass eine vergleichbare Regelung bald auch in Europa eingeführt wird.

Ein schönes Detail noch: Amazon hat offenbar von Googles Kampf gegen Ranking-Manipulierer gelernt und versucht nicht verzweifelt, den Markt komplett auszutrocknen, sondern bietet ein sinnvolles Ventil. Im Rahmen des Amazon Vine-Programms verkauft der Marktplatz selber Kundenrezensionen.

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