Google sortiert die SERPs um

Seit Anfang des Monats gibt es ungewöhnlich viele und starke Bewegungen in den Google SERPs. Von Google gibt es bislang keine Stellungnahme oder Erklärung zu diesem Algorithmus-Update. Während in den amerikanischen Blogs und Foren schon seit einigen Tagen über die Ursache gerätselt wird, war es in Europa bis zu diesem Wochenende noch ziemlich ruhig. Da die Änderungen aber auch bei uns zunehmend an Fahrt aufnehmen, hier meine Zusammenfassung der beobachteten Änderungen:

Keine Änderungen in der Zusammensetzung der SERPs

Die SERPs selber setzen sich aktuell so zusammen, wie es auch vor einer, zwei oder 4 Wochen der Fall war. Es ist nicht so, dass große/kleine Domains besonders gewinnen oder verlieren. Die Anzahl unterschiedlicher Domains mit einem Sichtbarkeitsindex von 0.1, 1 und 10 hat sich in den letzten Wochen nicht geändert. Auch hat sich die Zahl der organischen Treffer nicht signifikant verändert.

Verschiebungen sind Länder und Sprachübergreifend

Domains und Projekte, die von diesem Update betroffen sind, zeigen die Auswirkungen häufig in verschiedenen Ländern und Sprachen. Wiktionary.org, der Wörterbuch-Ableger von Wikipedia, konnte zum Beispiel sowohl in Frankreich, als auch in Deutschland, Italien und den Niederlanden deutlich an Sichtbarkeit gewinnen in den letzten beiden Wochen. Ähnliche Muster zeigen sich bei vielen Domains.

Gewinner und Verlierer stammen aus den gleichen Branchen

Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass sowohl Gewinner als auch Verlierer dieses Updates aus der gleichen Branche bzw. aus dem gleichen Bereich stammen. Aktuell gibt es also keinerlei Anhaltspunkt dafür, dass Google bestimmte Themen und Branchen in den SERPs weiter hinten ranken will. Anschauliche Beispiele dafür sind Chefkoch.de (Gewinner mit +11%) und Eatsmarter.de (Verlierer mit -16%) sowie Onmeda.de (Gewinner mit +15%) und Netdoktor.de (Verlierer mit -8%):

Smartphone und Desktop-Veränderungen sind gleichgerichtet

Bei den meisten Betroffenen dieses Updates entwickelt sich die Desktop- und die Smartphone-Sichtbarkeit in die gleiche Richtung. Das trifft auch dann zu, wenn es eine eigene mobile Version der Webseite gibt, die auf einer Subdomain läuft und damit eine eigene HTML-Version der Webseite bereitstellt.

Viele Übersetzungs- und Wörterbuchwebseiten betroffen

Auffällig viele der (zumeist positiv) betroffenen Webseiten sind aus dem Feld der Übersetzungs- und Wörterbuchseiten. So geht es für Domains wie wiktionary.org, leo.org, dict.org, pons.com, woxikon.de und reverso.net nach oben während es für linguee.de, duden.de und openthesaurus.de nach unten geht. Eine Gedanke ist auch, dass es nicht das Thema dieser Seiten ist, sondern die Tatsache, dass diese Seiten in der Regel wenige und kurze Inhalte online haben, die Google bislang mit anderen Metriken bewertet hat als das jetzt der Fall ist.

Granulare Änderungen mindestens auf Verzeichnis-Ebene

Es gibt viele Beispiele, dass die Änderungen nicht komplette Domains, sondern nur Teilbereiche wie Subdomains oder Verzeichnisse betreffen und sich dort auch auf einer Domain gegensinnig auswirken können. Ein schönes Beispiel dafür ist Computerbild.de: während es für das Verzeichnis /artikel/ runter gibt, konnte das Verzeichnis /download/ gewinnen (Softonic.com, eine Webseite die nur Downloads anbietet ist übrigens ebenfalls ein Gewinner dieses Updates):

Änderungen seit 2 Wochen zu beobachten

Die hier gezeigten Änderung sind seit gut zwei Wochen in den SERPs zu beobachten. Anfangs waren die Auswirkungen eher schwach zu sehen, mittlerweile hat die Geschwindigkeit aber zugelegt. Gerade seit Donnerstag/Freitag können wir im täglichen Sichtbarkeitsindex der Toolbox deutliche Verschiebungen sehen.

Fazit

Für die Festlegung auf eine klare Ursache dieses Google Algorithmus-Updates ist es noch zu früh. Auch ist derzeit unklar, ob Google sich äußern wird. Aufgrund der Tatsache, dass Projekte in verschiedenen Sprachen zur gleichen Zeit betroffen sind, ist ein unwahrscheinlich, dass Google Änderungen an der Verarbeitung und Zuordnung von Inhalten vorgenommen hat. Auffällig ist, dass viele Domains gewonnen haben, bei denen in den letzten Monaten ein kontinuierlicher Abwärtstrend zu beobachten war. Hat Google vielleicht an einer Stellschraube für die Bewertung der Nutzerzufriedenheit gedreht?

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2018-01-22T10:40:57+00:00